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  • Dietmar Gebert

"Das Leben ist kein Pony-Hof!"

Im Schnitt gehe ich alle 6 Wochen zum Friseur bzw. zur Friseurin. Dort hole ich mir immer den neuesten Schnitt.


Dieses Mal begrüßt mich Viola mit den Worten: „Ich glaube, heute lohnt es sich wirklich!“ Und in der Tat muss ich feststellen, dass sich meine Haare in den vergangenen Wochen ungezügelt auf der Kopfhaut ausgetobt haben.


Das ist kein Pony mehr, das ist ein ganzer Pony-Hof, obwohl es doch heißt: Das Leben ist kein Pony-Hof!



Wenn ich sage, unser Haar wächst pro Tag 30 Meter, werden viele schmunzeln. Doch bei einem Wachstum von 0,3 Millimeter pro Tag und bei ca. 100.000 Haaren auf dem Kopf kommen da schnell mal 30 Meter zusammen. Seit meinem letzten Friseurbesuch sind genau 44 Tage vergangen, macht also insgesamt 1.320 Meter Haare, die Viola mit flinker Schere und elektronischer Unterstützung entfernt. Doch was schert mich die Statistik!




Ich hätte mich vorher auf die Waage stellen sollen. Bestimmt bin ich nun um 1 kg. leichter. Was passiert eigentlich mit all den abgeschnittenen Haaren? Werden die etwa wiederverwertet? Man könnte daraus kleine Kissen basteln oder geht das nicht, weil man sich sonst „in die Haare gerät“. Lohnen würde es sich vor allem bei Menschen mit ganz langen Haaren. Diese abgeschnitten könnte man als Saiten benutzen und hätte ein richtige „Haar-fe“.


Ich bin auch schon in dem Alter, wo man sich gleichzeitig neben den Haaren auf dem Kopf die Augenbrauen schneiden lassen muss, denn was sich da zusammengebraut hat, erinnert mich beinahe an Theo Waigel. Dem ehemaligen CSU-Politiker wurde ja nachgesagt, dass er alles Mögliche in seinen Augenbrauen verschwinden lassen konnte, ohne dass andere dies bemerkten. Das ist doch einfach nur „brauen-voll“, oder?



Haare färben kommt für mich nicht in Frage, auch wenn Viola ausschließlich Naturfarben benutzt. Ich wüsste gar nicht, welche Farbe zu mir passt. Und das Grau meiner Haare passt doch ausgezeichnet zum aktuellen Wetter. Im grauen Alltag falle ich überhaupt nicht auf.


In der Regel braucht Viola so ca. 25-30 Minuten für einen Schnitt. Das ist auch exakt die Zeit, die wir benötigen, um uns gegenseitig über alle aktuellen Themen auszutauschen. Friseure zählen zu den wichtigsten Kommunikationskanälen in Deutschland. Eigentlich dürften sie den doppelten Preis verlangen, da sie neben Haare schneiden auch immer die Menschen mit Nachrichten up-daten. Wäre das nicht ein neues Geschäftsmodell?

Und ich kenne viele Menschen, die sich das Abonnement der „Bunte“ sparen und lieber zum Friseur gehen nach dem Motto: „Haare färben – Bunte lesen!“


Der Höhepunkt kommt immer zum Schluss:

Mit toten Wildschweinborsten erweckt sie mich mit einer Haarmassage immer wieder zum Leben. Die Kopfhaut wird dabei so stimuliert, dass man in der Tat von Hair-Wellness sprechen kann. So entsteht die perfekte Haar-monie.


Beschwingt verlasse ich das Friseurgeschäft, mache im Geiste die Laola, und das sogar ohne Dauer-Welle! Danke Viola!


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