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  • Dietmar Gebert

"Noch'n Pilz?"

Es ist Herbst geworden. Ohne großen Übergang wechseln wir von der Badehose zur Winterbekleidung. Nach unserem Urlaub in Griechenland, der uns viele Tage satte 30°C beschert hat, trifft uns das nass-kalte Wetter in Deutschland bis ins Mark (oder heißt das jetzt auch Euro?).


Kaum ein Tag vergeht, wo es nicht regnet. Ideale Bedingungen für das Wachstum von Pilzen. Und in der Tat schießen die Pilze wie Pilze aus dem Boden und bevölkern die Wälder.

Und in gleicher Geschwindigkeit sprießen die Menschen hervor, um die Pilze sofort in Gewahrsam zu nehmen. Erst dachten wir bei unserer täglichen Walking-Runde, eine Such-Aktion sei ausgelöst worden, denn die Menschen durchforsteten in dichten Menschenketten Wald und Flur. Ein jede/r trug Körbe voll mit Steinpilzen, Pfifferlingen und anderen Lamellen- bzw. Röhrenpilzen nach Hause.


Ich frage mich heute, ob die Lamellenpilze so heißen, weil bei ihnen schnell mal der „Rolladen runtergeht“, wenn sie so mir-nichts-dir-nichts gepflückt werden.


Speisepilze haben in der Regel kein langes Leben. Da geht es den Fliegenpilzen deutlich besser, auch wenn sie nicht fliegen können. Denn sie fliegen regelmäßig runter von unserem Speiseplan, da sie ja bekanntermaßen giftig sind.


Ich bewundere die zahlreichen Sammlerinnen und Sammler, die zielstrebig mit ihren Pilzmessern die Kappen der Pilze kappen und dabei stets das Genießbare vom Ungenießbarem unterscheiden können. Bei Menschen gelingt uns das nicht so leicht...


Ärgern könnte ich mich, wenn ich sehe, dass viele der Pilzsammler*innen mit ihrem Auto in den Wald fahren. Der Wald hat doch schon alle Hände voll zu tun, um uns mit genügend Sauerstoff zu versorgen.


Hierzu ein paar Fakten:

Eine 100-jährige Eiche mit ca. 130.000 Blättern (den biologischen Solarzellen), bindet jährlich rund 5.000 kg Kohlendioxid und gibt dabei bis zu 4.500 kg Sauerstoff ab (dies entspricht dem Jahresbedarf von 11 Menschen). Die Wurzeln der Eiche saugen jährlich etwa 40.000 Liter Wasser aus dem Boden, das die Blätter wieder „ausschwitzen“. Die dabei erzeugte Verdunstungskälte sorgt dafür, dass es im Wald selbst an heißen Sommertagen angenehm kühl bleibt. Außerdem filtert sie im Jahr etwa 1 Tonne Staub und Schadstoffe aus der Luft, wirkt also wie ein überdimensionaler Staubsauger (Quelle: treffpunktwald.de).

Also meine Bitte an die Pilzsucher*innen: Lasst die giftigen Abgase eurer Autos genauso zu Hause wie ihr die giftigen Pilze im Wald belasst. Dann seid ihr die wahren Champi(gn)ons!

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