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  • Dietmar Gebert

"Liegen haben kurze Beine"

Neulich im Möbelhaus: Zum ersten Mal wieder ohne Mundschutz bummeln gehen. Reflexartig haben wir uns noch beim Betreten des Gebäudes die Schutzmasken aufgezogen, dann aber gemerkt, dass wir die Einzigen sind. Also, wieder runter mit den Dingern und den Worten, dem Atem mal wieder freien Lauf lassen...


Auch zeitlich konnten wir es uns an diesem Wochenende einrichten, ins Einrichtungshaus zu gehen. Meine Frau hatte den Wunsch geäußert, dass wir es uns auf der Terrasse richtig „schick“ machen, womit auch geklärt war, in welches Möbelgeschäft wir gingen. Wer glaubt, dass es im Möbelhaus nur Möbel gibt, glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten. Es gibt dort einfach alles, außer Tiernahrung. Obwohl ich sagen muss, dass der Biber seine wahre Freude hätte, wenn er hier mal eine Nacht verbringen könnte. Er könnte sich durch sämtliche Holzarten – von Eiche natur bis Ahorn gebeizt – durchnagen.


Mein erster Blick sagte mir: Wer hier kauft, nagt nicht am Hungertuch.


Unser erstes Ziel war die Gartenmöbelabteilung. Da ich schon lange keine Gartenmöbel mehr gekauft habe, dachte ich beim Betreten der Abteilung zunächst, ich sei noch im Wohnzimmerbereich.



Die Ausstellungsstücke waren so hochwertig, dass ich mich für unser Wohnzimmer zu schämen begann. Es kann ja durchaus sein, dass manche Menschen mehr Zeit auf der Terrasse verbringen als in der Wohnung. Und die Abteilung war so groß, dass ich zunächst nicht sicher war, ob das Wochenende ausreichen würde, um alles gesehen zu haben.


Ein Außen-Sofa hatte es uns angetan, doch dafür hätten wir unsere Terrasse verdreifachen müssen. Bei einer anderen Sitz-Kombination waren grobe Fehler am Preisschild (eine Null zu viel) der Grund für unsere Ablehnung. So blieben am Ende des Budgets zwei Liegen mit Lehne im Warenkorb. Der geneigte Leser darf „ratan“, aus welchem Material das Gestell ist. Wichtig war für uns, dass wir das Rückteil in liegender Position verändern können. Drum heißen die Dinger ja auch Liegen.


Unser Fazit: Am Ende haben wir einiges für die Liegen liegen gelassen und können auch das Sprichwort bestätigen: „Liegen haben kurze Beine“.



Nur wenige Minuten dauerte anschließend der Kauf eines Spiel-Teppichs für unser Enkelkind. Auch hier stellte ich fest, dass mir der Preis für 3 Quadratmeter Geknüpftes eher „abgehoben“ erschien, weshalb ich lieber von einem „fliegenden“ als von einem „liegenden“ Teppich sprechen möchte.


Dass wir auch noch bei den Haushaltswaren waren, um nach neuen Untersetzern zu schauen, rundete den Tag auf erfreuliche Weise ab. Allerdings können wir nun definitiv nicht mehr von einem „ausgeglichenen Haushalt“ sprechen.





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