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  • Dietmar Gebert

"Alles fließt"

Eine Wanderung bei Zell am Harmersbach bringt uns heute auf dem Rückweg zum „Schottenhöfer Bächle“. Es fließt so gemächlich dahin, schlängelt sich durch die Wiesen und den Wald und zeigt uns einmal mehr, wie aus einzelnen Tropfen Rinnsale, aus Rinnsalen Bächlein und schließlich aus Bächen Flüsse werden, die dann viel später in Meere oder Ozeane münden.




Ein Tropfen Wasser im Rhein braucht ungefähr einen Monat, um von der Quelle bis zur Mündung (1.320 km) in die Nordsee zu gelangen.


Wasser ist überlebenswichtig für uns Menschen. Vielleicht steckt deshalb auch in uns so tief der Wunsch: Wir wollen wass|erleben.


Viele sind der Meinung, es gehe aktuell so manches „den Bach runter“. Doch die „Bach-na-Fahrt“ in Schramberg findet gar nicht statt.


Wir lassen uns nicht gerne „nass machen“, aber „auf dem trockenen sitzen“ wollen wir auch nicht.


Alles soll „im Fluss bleiben“, aber der „Strom“ soll ja nicht teurer werden. Am Rande bemerkt: Schnellt der Strompreis nach oben (wie aktuell festgestellt wird), spricht man dann von sogenannten „Stromschnellen“? Und heißt es nicht auch, dass Strom fließt...


Das soll eine/r verstehen.


Auch wollen wir oft den „Ursprung“ allen Lebens kennenlernen, doch die „Quelle“ dürfen wir dann aus Datenschutzgründen nicht nennen.


Wir begradigen Flüsse und verändern deren Läufe. So spricht man, wenn mich nicht alles täuscht, von einem „Flusslauf“. Nun verstehe ich gar nichts mehr. Fließt der Fluss nun oder läuft er?


Wir machen Fluss-Kreuzfahrten auf kerzengeraden Flüssen, um aufzutanken, während Tanker in den Kanälen des Suez steckenbleiben.



So geschehen im letzten Jahr. Versperrt ein Schiff den Kanal, ist das dann ein „Zu-Fluss“?


Trübe Aussichten für die Logistikbranche. Und alle regen sich auf! Sagen wir deshalb bei Regen: „Es schifft“?


Das Schottenhöfer Bächle fließt ruhig und gemächlich dahin und macht sich bei Zell a. H. noch keinerlei Gedanken über das, was auf es zukommt, wenn es erst einmal ein Fluss ist. Denn bis diese Tropfen in die Nordsee gelangen, können erneut Monate vergehen.


Und auch die Fischlein, die darin munter schwimmen, kennen kein Zeitgefühl. „Alles ist im Fluss“, sagt die „launische Forelle“ und die ist von Schubert und nicht von Bach.




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